Am Anfang war das

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Wann immer ein neuer Belletristik-Verlag auf der Bildfläche erscheint, zieht das eine Reihe von W-Fragen nach sich. Wieso? Weshalb? Warum? Wir fragen umgekehrt: Warum nicht? Es kann doch gar nicht genug Verlage geben, die mit ihren Büchern etwas bewegen und Denkprozesse anstoßen wollen. Und manchmal ist die Entstehungsgeschichte eines neuen Verlags ganz einfach. Wie bei der Edition W.

Ein umtriebiger Verleger, der den Westend Verlag erfolgreich als einen der führenden deutschen Sachbuchverlage etabliert hat und dessen Bücher regelmäßig den Sprung auf die Bestsellerlisten schaffen, träumt von einem flankierenden Programm mit belletristischen Titeln. Immer wieder spricht er mit seinem Freund Rainer Weiss darüber, dessen Erfahrungen bei Piper, Suhrkamp/Insel und weissbooks in diese Gespräche einfließen – und der als Berater und freier Lektor den Westend Verlag seit 2017 unterstützt.

Die Folge dieses inspirierenden Gedankenaustauschs: Markus J. Karsten und Rainer Weiss gründen im September 2021 die Edition W und nehmen den Lektor und Publizisten Robin Schmerer mit an Bord.

Im Februar 2022 fällt der Startschuss. Mit drei Büchern, die mit den Mitteln des Erzählens politische Prozesse und gesellschaftliche Veränderungen begleiten. Vornehmlich von Frauen, die etwas zu sagen, besser: zu erzählen haben.

Gebunden, ca. 150 Seiten
ISBN 978-3-949671-00-5
ca. 16 € (D) | 16,50 € (A)
Erscheinungstermin:
14. März 2022

Luna Al-Mousli

Um mich herum Geschichten

Wenn Luna Al-Mousli sich ihre Kindheit inmitten einer chaotischen Großfamilie in Erinnerung ruft, dann läuft sie in Gedanken die Wohnungen der Großeltern, Tanten und Onkel in Damaskus ab. Viele Details haben sich unwiderruflich in ihr Gedächtnis gebrannt. Geräusche, Gerüche und Gegenstände. Kleine Schätze und bedeutungsvolle Dinge – auf den ersten Blick nicht immer als solche zu erkennen. Doch Luna Al-Mousli lauscht und hört ganz genau hin, bis die Gegenstände ihr ihre Geschichten erzählen. Da ist die Promotionsurkunde, die statt für alle sichtbar, versteckt hinter der Tür hängt. Oder die Oud, die syrische Gitarre, die so lange nicht gespielt wurde. Da sind ein Schrank mit einem abgetragenen Anzug und ein Schlüssel, der zu keiner Tür mehr passt. Oft wissen die unbewegten und unbelebten Gegenstände am besten von den bewegenden und lebendigen Geschichten zu erzählen, die sich tagein und tagaus um sie herum abspielen und denen ein großer Zauber innewohnt.

Mit diesem Buch beweist Luna Al-Mousli einmal mehr, dass sie es wie keine Andere versteht, die syrische Lebenswirklichkeit zwischen Melancholie und purer Lebensfreude einzufangen und spürbar zu machen.

Luna Al-Mousli

geboren 1990, aufgewachsen in Damaskus, lebt und arbeitet heute als Autorin, Grafik Designerin und Illustratorin in Wien. Ihr erfolgreiches Debüt »Eine Träne, ein Lächeln. Meine Kindheit in Damaskus« wurde unter anderem mit dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis ausgezeichnet. Ehrenamtlich engagiert sie sich im Bereich Bildung und Integration.

Autorenfoto Luna Al-Mousli © Ines Khannoussi
© Ines Khannoussi

Gebunden, ca. 250 Seiten
ISBN 978-3-949671-01-2
ca. 20 € (D) | 20,60 € (A)
Erscheinungstermin:
1. Februar 2022

Kerstin Herrnkind

Den Drachen jagen

Die Geschichte meines verlorenen Bruders

Es ist spätabends, als es bei Kerstin Herrnkind an der Haustür klingelt. Zwei Polizisten stehen vor der Tür. Die Journalistin ahnt Schlimmes. Und richtig. Ihr Bruder Uwe ist tot aufgefunden worden. Gestorben an einem Mix aus Heroin, Alkohol und Medikamenten.

Fast fünfundzwanzig Jahre war er drogensüchtig. Mutter, Schwester und Freunde haben alles versucht, um ihm zu helfen. Ihn aufgenommen, in der Therapie besucht, ihm Jobs besorgt und ihm doch immer wieder Geld gegeben, weil es nicht auszuhalten war, wie er litt, wenn er einen Affen schob. Nach seinem Tod bleibt eine große Traurigkeit über den verlorenen Bruder, den verlorenen Sohn, den verlorenen Freund. Im Trauerjahr schreibt seine Schwester, die nie über ihren Bruder schreiben wollte, ein Buch über den verlorenen Kampf. Lässt ihre Mutter erzählen, spricht mit Weggefährten und Leidensgenossen. Spürt den Ursachen seiner Sucht nach. Einer Kindheit auf dem Land, hinter gestärkten Gardinen, in einem Elternhaus, das jedes Jugendamt für ideal befunden hätte.

Kerstin Herrnkind

geboren 1965 in Bremen, volontierte nach dem Studium bei der »Nordsee-Zeitung« und ging anschließend zur »taz«. 1999 wechselte sie zum »Stern«, wo sie seither als Reporterin arbeitet. Sie ist Autorin mehrerer Sachbücher und zweier Krimis. 2016 wurde sie mit dem Deutschen Reporterpreis ausgezeichnet. Kerstin Herrnkind wohnt in Lübeck und Hamburg.

Autorenfoto Kerstin Herrnkind © Peter Mayer​
© Peter Mayer​

Broschiert, ca. 100 Seiten
Aus dem Französischen von Tabea Rotter
ISBN 978-3-949671-02-9
ca. 12 € (D) | 12,40 € (A)
Erscheinungstermin:
25. April 2022

Alice Zeniter

Ich bin eine Frau ohne Geschichte

Auch heute noch funktionieren die meisten Geschichten so: ein einsamer männlicher, oft weißer Held, besteht, garniert mit gewalttätiger und erotischer Action, eine abenteuerliche Herausforderung – Schluss, aus, Happy End.
 
Aber wie viele Geschichten gibt es, ob im antiken Drama, im preisgekrönten Hollywoodfilm, als Höhlenmalerei oder im täglichen politischen Diskurs, in denen hauptsächlich Frauen agieren und den Ton der Handlung bestimmen? Pointiert und elegant dekonstruiert Alice Zeniter bekannte Heldenerzählungen und stellt klassische Narrative auf den Prüfstand. Ihr streitbarer Monolog birgt einen unbestechlichen Blick und glasklare Urteile. Sie entlarvt unsere uralten Erzählgewohnheiten und tritt zugleich für die Kraft der Fiktion ein, die mehr als jeder Tatsachenbericht Brücken der Verständigung zwischen gesellschaftlichen Welten zu bauen vermag. Ein großes Lesevergnügen, nicht nur für Heldinnen.

Alice Zeniter

1986 in Alençon geboren, wuchs in dem kleinen Dorf Champfleur auf. Nach ihrem Schulabschluss studierte sie an der École normale supérieure in Paris. Sie arbeitet als Lehrerin und Dramaturgin. Internationales Aufsehen erregte sie mit ihrem Roman »Die Kunst zu verlieren« mit dem sie es u.a. in die Auswahl für den Prix Goncourt schaffte. Zeniter lebt in Paris und in der Bretagne.

Autorenfoto Alice Zeniter © Helene Harder
© Helene Harder

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Robin Schmerer steht Ihnen für alle Anfragen zur Verfügung: schmerer@edition-w.de

Presseanfragen können Sie auch an Rüdiger Grünhagen richten: gruenhagen@westendverlag.de



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